Sanela

VIVARO

Sanela Stankovic

 

Sanela Stankovics Motto ist zwar „Hakuna Matata“, dennoch spricht sie sehr wohl über Erlebnisse von Roma Frauen und den Diskriminierungen, die sie während ihrer Schulzeit, erlebt hat. Eine Mischung aus Eigen- und gesellschaftlicher Verantwortung ist von Wichtigkeit, um Antiziganismus zu bekämpfen, das weiß sie.

 

 

Ihre eigene Erfahrung, vor allem während ihrer Schulzeit, hat sie stark geprägt. Aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit wurde sie immer wieder von SchülerInnen und sogar vom Lehrpersonal gemobbt. Es gab LehrerInnen, die sie im Unterricht bewusst nicht dran nahmen und sagten „Ihr Zigeuner könnt nur stehlen“. Auch MitschülerInnen mieden sie bewusst: „Freunde wurden mir weggenommen, ich bin aber trotzdem meinen Weg gegangen“.

Trotzdem ließ sie sich vom Rassismus nicht unterkriegen, ging beharrlich weiter (ist begeisterte Zeichnerin) und setzte sich zu Wehr. Ganz in ihrem Sinn appelliert sie nun auch an andere, wie wichtig es ist, den Mund zu öffnen, auch den Lehrpersonen (oder allgemein Autoritäten) gegenüber.

Zum Thema Wahrnehmung und Sichtbarkeit, weiß sie, werden Romnja immer nur als Bettlerinnen, aufgrund von ihnen zugeschriebenen Merkmalen (dunkel, Kopftuch, schlechtes Deutsch, etc.) wahrgenommen. Dabei, meint die 31 Jährige, sind das oftmals gar keine Romnja, sondern Frauen aus verschiedenen Ländern, die als solche gesehen werden. „Um all den erzeugten Klischees entgegenzusteuern, sind in der Öffentlichkeit mehr Vorbilder vonnöten, und dass man zu seiner ethnischen Zugehörigkeit steht“, sagt Sanela immer wieder.

Sanela Stankovic ist auch der Meinung, dass insbesonders der interkulturelle Austausch (in der Schule Kontaktpflege zwischen Eltern, SchülerInnen und Lehrpersonal) gefördert werden muss. Außerdem sei es wichtig als Vorbilder für Kinder bzw. Jugendliche zu fungieren, wo sie selbst, sowie auch involvierte Vereine, einen wesentlichen Beitrag zum Antiziganimus leisten können.

Dennoch ist sie mit ihren jungen Jahren eine starke Frau und auch ein Idol für ihre Familie und Bekannte geworden. Sie fungiert als Vorbild und wird immer um Ratschläge und um ihre Expertise gefragt. Ihr Hauptziel ist es vor allem negativen Klischees entgegenzutreten und weiterhin allen Romnja ein Rolemodel zu sein. Dazu gehören der Austausch von Erfahrungen und die Gestaltung von Unternehmungen (schwimmen gehen, aber auch bei der Jobsuche zu unterstützen), die wichtig sind, um Frauen zu stärken (Empowerment).

Doch wie wurde sie so, wie sie ist? Wenn Stankovic über ihre selbstbewusste und schöne Kindheit spricht, in der Meinungsfreiheit gefördert wurde durch den sie heute noch einen selbstbestimmten Lebensstil genießt, dann merkt man schnell, dass familiäre Unterstützung ein Schlüsselpunkt zu Selbstvertrauen und innewohnender Kraft zur Gegenwehr sind. Die Romni weiß natürlich auch, dass es Romnja gibt, die in traditionellen patriarchalen Strukturen verhaftet sind, selbst keine positiven Vorbilder haben und keinen Zugang zu Bildung erhalten. Und wo vor allem die Weitergabe der traditionellen Lebensweise durch die Mutter und der Großmutter erfolgt. Genau bei dieser Jugend sollte man ansetzen, aus ihren Erfahrungen berichten und sie ermutigen, eine Ausbildung zu machen, sie unterstützen um selbstbestimmt für ihre Rechte zu kämpfen.

SANELA

"Hakuna Matata"

Foto: Jenny Olaya-Peickner

 

Einen kurzen Steckbrief über Sanela gibt es hier.

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