Nadine Papai

Name:

Alter:

Nationalität:

Sprachen:

 

Ausbildung:

 

Beruf:

 

 

Hobbys:

 

 

Lebensweise:

 

Motto/Ziel:

VIVARO

Steckbrief

 

Nadine Papai

36 Jahre

Österreich

Deutsch, Englisch, Französisch (Grundkenntnisse)

 

Universität Wien, Studium der Kultur-und Sozialanthropologie

 

Geschäftsführerin „Gesellschaft für bedrohte Völker Österreich“, Trainerin, Beraterin für Vereine

 

Hundeliebhaberin, Malen, Zeichnen, Basteln, Dekorieren, Vanillekipferl backen (heuer zum ersten Mal)

 

spontan, abenteuerlustig, ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, kämpferisch – bezogen auf Aktivismus

 

„Wer immer glücklich sein will, muss immer auch bereit sein sich zu verändern“ (Konfuzius)

Turbulentes Leben, keine Scheu vor Veränderungen, Herausforderung, damit lernen umzugehen, um glücklich zu sein.

Foto: Jenny Olaya-Peickner

Nadine Papai

36, Geschäftsführerin "Gesellschaft für bedrohte Völker"

Nadine Papai- „die Romni im Irak“, ist nicht nur Geschäftsführerin der Menschenrechtsorganisation „Gesellschaft für bedrohte Völker Österreich“ (GFBVÖ), die für verfolgte Minderheiten und indigene Völker einsteht, sondern auch Roma-Aktivistin und Beraterin.

 

In ihrer Tätigkeit bei der "Gesellschaft für bedrohte Völker Österreich“ (GFBVÖ) reist sie im Zuge eines Pilotprojekts auch in Kriegsgebiete, wie in den Irak. Mithilfe von Projektpartnern soll dort eine Farm entstehen, die den geflüchteten Opfern des Krieges die Möglichkeit zur Selbstversorgung und Beschäftigung bietet. Als Romni ist es ihr besonders wichtig, sich auch für verschiedene kulturelle Gruppen einzusetzen.

 

Wechselseitige Beziehung Frau und Mann

 

Die GFBVÖ unterstützt unterschiedliche Projekte; darunter sind auch Projekte speziell für Frauen, wie etwa eine Beratungsstelle gegen Genitalverstümmelung im Senegal. Das Frauenbild ist, so die Geschäftsführerin, abhängig vom Männerbild und steht in einer wechselseitigen Beziehung zu diesem. Diese Abhängigkeit beäugt sie kritisch. „Trotzdem ist es notwendig, unterschiedliche Lebenskonzepte, auch wenn manche Werte mit meinen nicht übereinstimmen, bezüglich der Rolle der Frau zu verstehen. Es gibt auch Grenzen: Nämlich dann, wenn Frauen- und Menschenrechte verletzt werden. Dagegen würden wir als MenschenrechtlerInnen vorgehen“, betont die Geschäftsführerin.

 

Nadine Papai kam früh mit Bildung und verschiedenen Kulturen in Berührung. Beides prägte sie. Im Studium der Kultur-und Sozialanthropologie legte sie den Fokus auf Roma. Sie war in verschiedenen NGOs tätig, unter anderem auch im Romano Centro, das einen großen Einfluss auf ihr weiteres Engagement für Roma hatte.

 

Heute ist sie nicht nur Aktivistin, sondern auch Beraterin für andere Roma-Vereine. Im Burgenland bietet sie Selbstbewusstseinstrainings für Roma an. „Hilfe zur Selbsthilfe ist der Weg zur Selbstbestimmung“, so ihre Einstellung.

 

Zyklischer Widerspruch

 

Als Aktivistin ist sie sich über die Vielfältigkeit von Roma-Frauen bewusst. Da aber das Interesse bei vielen Teilen der Mehrheitsgesellschaft kaum vorhanden ist, bleiben Romnja unsichtbar. „Dabei hat die Roma Community sehr starke Frauen. Wenn man sich den Aktivismus ansieht, wird der von jungen gebildeten Frauen aus europäischen Ländern, großteils mit Uni-Abschluss, betrieben.

 

Unsichtbar bleiben Roma auch deshalb, weil sie aufgrund traumatischer Erfahrungen (NS-Völkermord) in den vorherigen Generationen nicht selbstbewusst mit ihrer Identität umgehen und sich nicht zu ihrer ethnischen Zugehörigkeit bekennen. „Daher braucht es Role Models, Vorbilder, so wie dich oder mich. Je mehr Roma sich outen, umso eher wird die Scheu abgelegt und damit auch die Angst vor Fremden abgebaut. Dann wird klar, dass sie, Roma, ähnlich leben, wie die Mehrheitsgesellschaft es tut, und dass es gar nicht so große Unterschiede gibt“.

 

Kulturen müssen sich in der Mitte begegnen.

 

„Daher müssen mehr Roma an die Öffentlichkeit gehen, sowohl in öffentlichen, als auch in virtuellen Räumen. Sie müssen auch zur Meinungsbildung beitragen (können). Es braucht mehr Kommunikation – auch mit rechtsorientierten Gruppen. Wir dürfen keine Scheu vor solchen Konflikten oder Diskursen mit verschiedenen politischen Gesinnungen haben“, sagt Papai.

„Musik und Essen bringt die Menschen zusammen. Es braucht solche Feste, in deren Rahmen über Antiziganismus gesprochen wird; gleichzeitig soll gefeiert und Vorurteile abgebaut werden. Es braucht vor allem mehr Angebote, die sich nicht immer nur an die gleichen Leute richten. Eine breitere Auswahl, die Kulturen verbindet“, so die 36-Jährige.

 

Copyright @ All Rights Reserved