Jasmina Pavlovic

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Motto/Ziel:

VIVARO

Steckbrief

 

Jasmina Pavlovic

47 Jahre

Österreich

Deutsch, Serbisch, Rumänisch, Romanes

Einzelhandelskauffrau, Kurse: Integrationscoach, ECDL-Führerschein, Englischkurs, Antiziganismus-TrainerInnenpool Romano Centro

Projektleitung und Obfrau Romaverein „Vida Pavlovic“

Behördliche Begleitung und Frühförderung (ESF&BMASK)

 

Lesen, Backen, Spaziergänge, Türkische Fernsehserien

 

Verheiratet. 2 Kinder und 4 Enkelkinder. Unabhängig. Liebt ihren Job. Sie selbst hat einen hohen Stellenwert.

 

Immer nach vorne schauen und nicht zurück“

 

SICHTBARKEIT - DICIMOS

 

I ages mora te dikhel e Jasmina Pavlovic angle. Voj dikhlja but situacije palaj diskriminacija, voj dastilas te ramol knjiga pala kudija. Sar serutni katar laki organizacija „Vida Pavlovic“ kerel buki pala Roma taj marelpe palaj diskriminacija, voj zanel sode taj soste si laki buki but importantno.

 

Gemäß ihrem Motto muss die 47-jährige auch heute noch nach vorne blicken, denn: Was Pavlovic an Diskriminierungsfällen erlebt hat, kann praktisch ein ganzes Buch füllen. Als Obfrau vom Verein „Vida Pavlovic“ und Projektleiterin setzt sie sich für Roma ein, ist bei Behördenbegleitungen unterstützend tätig und kämpft auch im Fall des Falles vor Ort gegen Diskriminierung. Sie selbst weißt, wie wichtig diese Stütze ist.

 

Vor zehn Jahren hat sie nach der Kinderbetreuung begonnen sich weiterzubilden. Ihr Mann war durch seinen Beruf als Musiker oft unterwegs. „So hatte ich immer meinen Spielraum“, sagt sie. Als dessen Tante, die berühmte Sängerin Vida Pavlovic, starb, hatte der Gatte im Jahre 2007 die Idee einen Roma-Verein zu gründen und diesen nach der Musikerin zu benennen.

 

Gesagt, getan. Dort konnte Jasmina, neben der kostenlosen Lernhilfe für Roma Kinder, genau das tun, was sie auch bei ihren Verwandten und Bekannten gemacht hat. Roma in jeglicher Hinsicht unterstützen, zu Behörden begleiten und gegen Diskriminierung kämpfen: „Bevor Sie sich vermehren, hätten Sie sich einen guten Job suchen sollen“, wurde einem Klienten im AMS gesagt.

 

Jasmina Pavlovic hat das nicht auf sich sitzen lassen und sich beschwert. Die Mitarbeiterin, mit der rassistischen Wortwahl, hat dann sogar ihr Bedauern ausgedrückt und auch den Leistungsentzug entsperrt. Nur ein Beispiel das zeigt, worum es bei Pavlovics Arbeit geht: KlientInnen empowern und Behörden sensibilisieren.

 

Die Obfrau weiß, wie negativ die gesellschaftliche und mediale Wahrnehmung ist. „Es ist egal, wie lange wir hier leben und ob wir die österreichische Staatsbürgerschaft haben, die phänotypischen Merkmale spielen eine große Rolle. Egal wie gut wir uns anziehen, welchen Job wir machen, kaum sind wir dunkel und gehen ins Geschäft rein, werden wir schief angeschaut, alle in einem Topf geworfen. Vorurteile, Schubladisierungen und das klischeehafte Bild entstehen dann automatisch wieder und wir werden bezichtigt zu stehlen“, so die Erfahrungen von Pavlovic. Auch Romafrauen sind davon nicht ausgeschlossen. Das Bild dabei: Romnja sind nur da um Kinder zu kriegen. Eine Einstellung, die sie sehr oft bei Behörden erlebt.

 

Gut und Frei

 

Jasmina Pavlovic erzählt aber auch von unterschiedlichen Roma Gruppen und kommt dann auch auf das Problem von traditionellen Familien, die in starken patriarchalen Strukturen verhaftet sind zu sprechen. Der Freiraum ist sehr wichtig, wie sie betont. Frauen tun ihr leid, die vom Mann abhängig sind, denn „als Frau muss man sich gut und frei fühlen“.

Pavlovic zählt sich selber als eine der Wenigen, die zu den Glücklichen zählen. Sie als Frau ist zufrieden, hat ihre Familie und einen Job, in dem sie sich gut fühlt. Sie hat das erreicht, was sie wollte. Genau das möchte sie auch anderen Frauen mitgeben. „Romnja sind zwar gute Mütter und Hausfrauen, aber nicht nur. Sie sollen die Chance haben, ihren Weg zu gehen und sich weiterzubilden“, sagt sie.

 

In vielen Familien ist das aufgrund der Schwiegereltern und des Ehemanns oft nicht möglich. „Romnja kümmern sich um alle, aber niemand fragt sie, was sie wollen oder wie es ihnen geht“, so Pavlovic weiter. „Da müssen die Frauen unbedingt in Schulen und Vereinen eingebunden werden“.

Besonders AMS-Kurse betrachtet sie als sinnvoll, „damit sie aus dem Haus kommen“. Es sei aber auch wichtig, die Schwiegereltern und den Mann einzubeziehen und zu sensibilisieren, was Pavlovic als Projektleiterin in ihrem Verein auch tut. Sie informiert junge Frauen über Weiterbildung und sagt ihnen, „Macht etwas aus euch“. Romnja haben Ziele, Wünsche und sind motiviert. Leider steht oft niemand hinter ihnen, was dazu führt, dass sie glauben, ihre Begehren seien nicht machbar.

 

Durch das Vereinsleben und den Veranstaltungen fungiert Jasmina Pavlovic als Vorbild und Vermittlerin. Kommunikation und interkultureller Freundeskreis sind wichtig, damit sich auch das Bild verändert. In ihrem Verein sind natürlich auch alle willkommen, damit ein besseres Miteinander gewährleistet wird und Roma in ihrer Vielfältigkeit endlich kennen gelernt werden.

 

Foto: Jenny Olaya-Peickner

JASMINA PAVLOVIC

Obfrau des Vereins Vida Pavlovic.

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