Sichtbarkeit - Romnja mitten in Wien

VIVARO

Foto: Jenny Olaya-Peickner

Rabie Peric-Jasar

 

In unserem neuesten Porträt sprechen wir mit "Roma-Oma" Rabie Peric-Jasar. Das ganze Porträt.

SICHTBARKEIT

 

„Dicimos- Sichtbarkeit“

In der gesellschaftlichen und medialen Wahrnehmung herrschen oftmals Vorurteile, Stereotype und Klischeebilder über Roma-Frauen. Um dem entgegenzusteuern und Frauen in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen, wird nun wöchentlich eine Romni präsentiert werden.

Das Ziel: Heterogenität unter Frauen, aber auch als Romnja, aufzuzeigen und das klischeehafte und romantisierte Bild „der Roma Frau“ abzubauen, zu bekämpfen und realistische Bilder darzubieten. Frauen haben Stimmen, sind individuell, heterogen und vielfältig.

 

„Dicimos“

Anda Romnja si butivar negativno gindipe. Amen mangas te sikavas aver slika – kontra kližejur. Amen mangas te dićon le Romnja avere jakhenca anda kudija prezentirisaras sasto kurko jekha Romnja.

O ciljo si te buxlerpe o gindipe anda źuvlja, anda Romnja taj te maras amen kontra negativni taj xoxamne slike pala Romnja. Te dićon čače slike. Źuvljan sî glaso, von le individualni taj diverzni.

AKTION SICHTBARKEIT

 

Wir möchten hier eine Reihe von Persönlichkeiten vorstellen, mit denen wir im Laufe unserer Tätigkeiten zusammengekommen sind und um Einblick in einzelne Romnja Lebensgeschichten zu ermöglichen.

Die Aktion läuft in Zusammenarbeit mit der Fotografin Jenny Olaya-Peickner.

La vida es bella - Das Leben ist schön - ein langer Weg bis dorthin. Gordana Marija Markovic blickt zurück. Die Kindheit und Jugend hat sie in Spanien verbracht. Ihr interkultureller Freundeskreis hat ihre heutige Lebensperspektive geprägt, sie hatte nämlich keinen Kontakt zu anderen Roma.

 

Sanela Stankovics Motto ist zwar „Hakuna Matata“, dennoch spricht sie sehr wohl über Erlebnisse von Roma Frauen und den Diskriminierungen, die sie erlebt hat. Eine Mischung aus Eigen- und gesellschaftlicher Verantwortung ist wichtig, um Antiziganismus zu bekämpfen, das weiß sie.

Gemäß ihrem Motto muss die 47-jährige auch heute noch nach vorne blicken, denn: Was Pavlovic an Diskriminierungsfällen erlebt hat, kann praktisch ein ganzes Buch füllen. Als Obfrau vom Verein „Vida Pavlovic“ und Projektleiterin setzt sie sich für Roma ein.

Andrea Kunsági hat sich 2013 ihre Lebensweise „Mach das, was dich glücklich macht“ zu Herzen genommen und lebt nun danach. Sie trifft ihre eigenen Entscheidungen und lebt nicht mehr nach dem Motto „was gesellschaftskonform ist, oder was sich meine Eltern erwarten würden“.

Nadine Papai- „die Romni im Irak“, ist nicht nur Geschäftsführerin der Menschenrechtsorganisation „Gesellschaft für bedrohte Völker Österreich“ (GFBVÖ), die für verfolgte Minderheiten und indigene Völker einsteht, sondern auch Roma-Aktivistin und Beraterin.

„Wer bin ich, was bin ich?“. Diese Fragen haben Gordana Djordjevic lange Zeit beschäftigt. Mir war es verboten zu sagen, ich sei eine Romni, stattdessen antwortete ich mit Serbin auf die Frage, wo ich herkam. Ich habe mich nirgendwo zugehörig gefühlt. In Deutschland, wo ich aufgewachsen bin, war ich keine Deutsche, in Serbien keine Serbin.“

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