Gordana

VIVARO

Gordana Marija Markovic

 

La vida es bella - Das Leben ist schön - ein langer Weg bis dorthin. Gordana Marija Markovic blickt zurück. Die Kindheit und Jugend hat sie in Spanien verbracht. Ihr interkultureller Freundeskreis hat ihre heutige Lebensperspektive geprägt, sie hatte nämlich keinen Kontakt zu anderen Roma.

 

 

La vida es bella. O trajo si sukar – lungo drom zi kothe.

E Gordana Marija Markovic dikhel parpale. Kana sas cini trajisardja ande Spanija. Nas la kontakto Romenca, la sas diverzni amala, save menjaisarde lake trajoske perspektivur.

Durchsetzungsfähigkeit und auch immer wieder „auf den Tisch zu hauen“ empfindet die 23 Jährige heute als wichtige Eigenschaft, die sie auch anderen Romnja empfiehlt zu entwickeln. Markovic sind die klischeehaften Bilder über Menschen ihrer Abstammung bekannt, jedoch kennt sie auch die andere Seite. Sie spricht von Roma Frauen, die einer Mehrfachbelastung ausgesetzt sind, dabei zwar einen wichtigen Halt in der Familie haben, aber dennoch quasi unsichtbar in den eigenen vier Wänden existieren.

Unterdrückung und das Ausbrechen daraus ist für die Versicherungskauffrau ein essentielles Thema. Der immer gleiche Umgang mit stets gleichbleibenden Leuten verhindert oftmals die Erweiterung des eigenen Horizonts und lässt vielen Frauen wenig Raum für abwechslungsreiche Entspannung und Lebensqualität. „Für Romnja ist es auch wichtig zu arbeiten, etwas mit KollegInnen, NachbarInnen, FreundInnen zu unternehmen und nicht nur Zeit mit der Familie und Verwandten, die alle Roma/Romnja sind, zu verbringen. Ich arbeite und erledige den Haushalt, aber ich gehe auch mal mit FreundInnen auf einen Kaffee“, sagt sie und benennt den Hauptgrund, warum Frauen oftmals unsichtbar und isoliert sind: Der Ehemann.

„In einer Beziehung sollten die Themen Vertrauen und Emanzipation Platz haben“, sagt Markovic deutlich und lebt nach diesen Prinzipien, obwohl sie teilweise selber mit Unsichtbarkeit zu kämpfen hat, weil sie entweder als Tochter ihres Vaters oder als Frau ihres Mannes wahrgenommen wird.

Dennoch ist sie mit ihren jungen Jahren eine starke Frau und auch ein Idol für ihre Familie und Bekannte geworden. Sie fungiert als Vorbild und wird immer um Ratschläge und um ihre Expertise gefragt. Ihr Hauptziel ist es vor allem negativen Klischees entgegenzutreten und weiterhin allen Romnja ein Rolemodel zu sein. Dazu gehören der Austausch von Erfahrungen und die Gestaltung von Unternehmungen (schwimmen gehen, aber auch bei der Jobsuche zu unterstützen), die wichtig sind, um Frauen zu stärken (Empowerment).

Und diese Stärkung ist nötiger denn je.

Zum Thema Betteln hat sie ebenfalls Stellung genommen: Bettlerinnen werden oftmals als Roma-Angehörige wahrgenommen, dies hat negative Auswirkungen auf mehreren Ebenen: Unter anderem kommt es zu Verallgemeinerungen, denn Romnja deklarieren sich aufgrund des Antiziganismus und aus Angst vor Diskriminierung nicht als Angehörige der Volksgruppe, infolgedessen entsteht ein einseitiges klischeehaftes Bild, welches Unsichtbarkeit von Vielfältigkeit beinhaltet.

 

Das ist mitunter ein Problem, welches sich in ganz Europa durchzieht. Markovic pragmatisch dazu: „Wir brauchen ein Roma Land“. Ein eigener Staat für die größte ethnische Minderheit Europas wäre ihrer Meinung nach ein wichtiges Signal, um gegen Diskriminierung und Antiziganismus vorzugehen.

 

Allen, die aktuell mit Problemen der Diskriminierung, Unterdrückung und mangelnder Emanzipation zu kämpfen haben, möchte sie abschließend noch etwas mitgeben: „Jeder ist für sich selbst verantwortlich und man kann alles schaffen. Bestes Beispiel dafür: Meine Familie die ‚von Null an‘ angefangen hat“.

 

GORDANA

La vida es bella

 

Einen kurzen Steckbrief über Gordana gibt es hier.

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