Andrea Kunsági

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Lebensweise:

 

 

Motto/Ziel:

VIVARO

Steckbrief

 

Andrea Kunsági

36 Jahre

Ungarn

Ungarisch, Deutsch, Englisch

Studium der Internationalen Betriebswirtschaft, Lebens-und Sozialberatung, Sexualberatung

 

Hausleiterin eines Flüchtlingswohnhauses. Lebens-und Sozialberaterin, Sexualberaterin, Finanzwirtschafterin/Betriebswirtin

 

Sport, Hunde, Singen, Lesen (Beratung, politische & sozialökonomische Themen)

 

Vegane Lebensweise=, Fühlenden Lebewesen keine Gewalt antun = Humanismus=Antispeziesismus. Sozial sein. Menschen treffen, sich austauschen: „Mach das, was dich glücklich macht“.

 

„Weiterentwicklung meiner Selbst“. Zurückzugeben auf unterschiedliche Arten und Weisen“.

 

E Andrea Kunsagi trajil de ka bers 2013 pala trajo „baxtjasa trajisar sar mangesa“. Si la lake dicizije taj ni maj asunel peska da ili peske dades. Ni trajil sar o narodo phenel.

Andrea Kunsági hat sich 2013 ihre Lebensweise „Mach das, was dich glücklich macht“ zu Herzen genommen und lebt nun danach. Sie trifft ihre eigenen Entscheidungen und lebt nicht mehr nach dem Motto „was gesellschaftskonform ist, oder was sich meine Eltern erwarten würden“.

 

Ihren Eltern war ein beruflich verwertbares Studium enorm wichtig. Dies prägte die 36-jährige und sie war in der Finanzwirtschaft tätig. Nach einem Burnout stellte sie fest, „mir hat die Sinnhaftigkeit gefehlt“. Durch zusätzliche Feedbacks von außen wurde ihr dann aber schnell klar, dass sie Lebens- und Sozialberaterin/ Sexualberaterin wird.

 

Als Romni blickt sie zurück und stellt fest, dass Romnja für sie eigentlich kaum sichtbar waren: „Als Kind kannte ich entweder nur negative Bilder, vermittelt von meiner jüdischen Mutter oder die romantisierenden Bilder, geprägt von meinem Vater. Ich habe große Ohrringe geliebt, doch meine Mutter sagte mir, ich solle sie herausnehmen, weil ich, in Momenten wie diesen, für sie wie eine Zigeunerin ausgesehen habe. Dabei habe ich mich in meiner Identität angegriffen gefühlt. Darüber bin ich mir heute im Klaren“.

 

Ihr Vater hat immer wieder Roma Musik gehört, aber auch in Restaurants bei Familienfeiern mit Roma-MusikerInnen getanzt. So ist Andrea Kunsági aufgewachsen und die Musik hat sie beeinflusst, denn: „Erst durch den Ivana Ferencova Chor “, wie sie sagt, „sind Romnja und wie sie gesellschaftlich wahrgenommen werden, für mich sichtbarer geworden“.

 

Sie findet, dass künstliche forcierte Gleichstellung, wie Frauenquoten, zu sehr in den Fokus gerückt werden. Gendergerechte Sprache hingegen erachtet sie als sehr sinnvoll: „Ich sehe mich aber -nur weil ich eine Frau bin - nicht nur als Vertreterin für Frauen. Selfempowerment ist nicht nur für Roma Frauen, sondern auch für Roma Männer gleichermaßen wichtig und notwendig“.

 

Andrea weiß, dass das gesellschaftliche Bild der Roma-Frauen oft negativer Natur ist. Denn solange eine Romni dem romantisierten Bild „fesch und sexuell anziehend“ entspricht, wird sie akzeptiert. Die 36-jährige ist sich bewusst, dass viele ihre ethnische Zugehörigkeit verstecken. „Dies ist auf die 500 Jahre lange Verfolgung und Diskriminierung zurückzuführen. Die Verfolgung dieser Ethnie wird kaum öffentlich sichtbar gemacht, geschweige denn aufgearbeitet. Die Betroffenen haben einfach Angst“.

 

Roma ins Schulbuch!

 

Als Riesenversäumnis betrachtet sie, dass Roma im Geschichtsunterricht nicht erwähnt werden, dabei seien gerade Bildungsinstitutionen der Ort für Empowerment.

 

„Kinderarmut empfinde ich als ganz besonders traurig, da in der Prägungsphase menschliche Nähe und Liebe extrem wichtig sind. Waisenkinder haben so kaum Möglichkeiten zu lernen sich selbst zu lieben, sich selbst zu achten und erfahren dadurch viel Leid. Außerdem spielt die Perspektivlosigkeit ebenfalls eine sehr große Rolle. Der Teufelskreis setzt sich fort und das negative Bild von Roma wird bestätigt. Es werden, meines Erachtens nach, verständliche Lebensstrategien gewählt, wie Suchtverhalten, Diebstahl,etc. Das Durchbrechen dieses Kreislaufs ist mit enormen Schwierigkeiten verbunden. Vor allem in wirtschaftlich ärmeren Ländern Osteuropas. Es findet eine gezielte Instrumentalisierung von Roma beziehungsweise eine hochgradige Vernachlässigung statt“.

 

Mit Hunger keine Bildung

 

Obwohl Andrea stark für Ursachenbekämpfung plädiert und weiß, dass Bildung für Roma wichtig ist, ist es klar, dass, wenn gewisse Grundbedürfnisse nicht gedeckt sind, Bildung nicht auf der Prioritätenliste ganz oben stehen kann: „Niemand denkt an Bildung, wenn er/sie verhungert und kein Dach über den Kopf hat“.

 

Eine Vision von Andrea ist die Schaffung von lokalen Perspektiven durch Inklusion der Volkgruppe der Roma und mit einer klaren Offenheit gegenüber neuen Lebensweisen der Nicht-Roma Bevölkerung. Andrea wird weiterhin im Kleinen etwas bewirken, indem sie für Roma, welche auf der Straße beschimpft werden, immer wieder Partei ergreift.

 

Foto: Jenny Olaya-Peickner

Andrea Kunsági

36, Lebens- und Sozialberaterin

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